Sonntag, 5. September 2010

Schläfst du ni gerne?


Aus der zweiten Woche gibt’s von uns leider nur wenige Einträge, was wohl dem Internet im Camp wie auch unserer eigenen Faulheit geschuldet ist. Trotzdem geht es uns allen gut und wir sind alle wieder in Deutschland angekommen und versuchen vom Urlaubsmodus in den Otto-normal-Modus umzuschalten. Aber dazu später mehr.  

Am Mittwoch beim Aufstehen verspürten wir ein kühles Lüftchen, ach was rede ich, ein böenartiger Frischwind, eine Sturmfront direkt von den Eskimos die etwas zu stark in die Windtüte geblasen hatten. Denn nicht nur der Wind war kalt, auch das Wasser spielte mit. Bei gefühlten -15°C ist es als  wenn einer mit Nadeln in die Füße piekst. Endlich konnte der Neo mal seinen Dienst tun und uns warm halten. Aber auch das schaffte er höchstens eine Stunde. Danach mussten wir wieder raus aus dem Wasser, weil bei der Kälte auch keine koordinierten Handlungen mehr möglich waren. Geschweige denn ordentliches Surfen. Einsetzender Regen, starke Bewölkung und der weiter anhaltende Wind taten das übrige. Nur unser Georg, der so heiß auf sein neues Brett war, dass er nicht aufhören wollte zu surfen, kam nach 2 Stunden aus dem Wasser und verabschiedete sich nach dem Verzehr einer Banane mit den Worten - Oh meine Hände sind blau, na egal, ich geh' surfen. - wieder ins Wasser. Alles in allem also ein etwas ernüchternder Tag. Aber auch das geht vorbei und man kann immer auf den nächsten Tag hoffen.

Der Donnerstag war dann noch einmal ein Tag des Surfausfluges. Exkursion der großen Gruppe A. 

Wir konnten diesmal alle fünf mitfahren und es versprach ein toller Tag zu werden. Die Sonne schien, die Wellen waren groß, also auf geht’s, Bretter in den Bus, Tasche gepackt und losgefahren. Erstmal ab nach Noja, dort merkte unser Surflehrer, dass die Wellen aus der anderen Richtung kamen, also mussten wir umdrehen, wieder zurück fahren und weiter, immer den Wellen entgegen. Nach knapp einer Stunde Fahrt, waren wir in Santander, schöner Strand aber absolut keine Wellen. Gründe wurden schnell gefunden und die Laune bei einigen sank sehr schnell, sie wollten surfen und nicht in der Gegend rumfahren, obwohl eben auch das sehr schön war.

Aber nach einer weiteren halben Stunde Fahrt, wurde wir endlich fündig, ein riesiger Strand, an dem auch die Wellen schön gebrochen sind. Also haben wir die Surfbretter ausgepackt und sind ins Wasser gerannt. Unser Lehrer ist erstmal schön Essen gegangen. Als er sah wo wir surften, hat er uns sofort aus dem Wasser gepfiffen, viel zu gefährlich. Und zeigte uns die Stelle, wo es viel besser und einfacher ist.

So ein Mann mit Erfahrung macht sich dann eben doch bezahlt. So konnten wir noch schöne Wellen surfen und die Sonne am Strand genießen.Sogar einen Adalbert in der freien Wildbahn haben wir gefunden und können jetzt mit Sicherheit sagen: Krabben laufen wirklich seitwärts. Nach ein paar wirklich tollen Surfs und starken Waschgängen, aufgrund der der zeitlich sehr getrennten Sets, das heißt man weiß nicht wo die Welle brechen wird, verließen wir den Strand wieder und machten uns auf in Richtung Santander. 

Dort wollten wir noch Joni abholen. Einen Wiener Busenfreund von Georg. Der brauchte langsam Unterstützung bei soviel ostdeutscher Prominenz in seinem Camp. Also bummelten wir ein wenig durch Santander, die erste Gruppe fuhr dann schon eher ab.

Das Abendessen rief und der Bauch grummelte. Fips und Schnei blieben mit Gregor und warteten auf Joni. Am Ende kamen sie über eine Stunde zu spät im Camp an, der Grund dafür wird von ihnen nicht genannt, wird also bis ans Ende ihrer Tage geheim bleiben. Meiner Einschätzung nach handelt es sich um streng geheime Experimente an Ausserirdischen, aber sicher kann ich mir dabei nicht sein. Am Abend startete dann eine weitere Runde Bierpong, einige Müncher und Dresdner bekamen einfach nicht genug von diesem Spiel, kauften das komplette Bier des Camps und spielten unter dem Einfluss des blonden Glücks in den Abend hinein.

Unter den Nachwirkungen desselben zog sich der Abend für eine kleine Gruppe bis weit in die Morgenstunden. Und das in einer der kältesten Nächte, die wir bis dahin hatten, man konnte seinen eigenen Atem sehen.

Am letzten Tag, Freitag, hieß es dann noch einmal: Surfen bis der Arzt kommt, ach nein, bis der Surflehrer den linken! Zeigefinger hebt. Schnei war schon früh um 8 im Wasser, andere Camper wollten diesen kleinen Spaß auch mitmachen, aber früh um die Zeit überlegt man sich vieles nocheinmal anders. Besonders wenn das Ganze mit Aufstehen verbunden ist. Aber über den Tag dann sah es so aus: Schön hohe Wellen, bei kaum Wind. Super Bedingungen. Ich hatte meine besten drei Wellen des Urlaubs, auch Fips und Raimund freuten sich riesig über die Bedingungen. Flo war auf eigene Faust im Wasser, wählte leider die falsche Bucht und traf auf mehrere Meter hohe Wellen, freier Fall mit Surfbrett sind die Folge.  Am späten Nachmittag, dann nochmal Surfen, bei noch größeren Wellen. Da bekommt man schon mal ein wenig Bammel.

Ein wenig chillen in der Sonne und Abendbrot, Super-Sory-Paella, standen danach noch auf dem Tagesplan. Ach ein Event fehlte ja noch: Verabschiedungsparty. Rum war besorgt und kaltgestellt. Beim Abendbrot entstand schon die Ajo'er Bier-Mauer. 

Und auf gings nach Noja. Wie immer war das Llorret-de-Mar für Arme für eine Überraschung gut. Heute auf dem Speiseplan: Kein Spanier feiert. Nach mehrmaligem Nachfragen kommt heraus, dass Prüfungen sind und gleichzeitig eine Gegenparty stattfindet. Nun dann feiert halt das WX-Camp allein in der Bar. Einzige Gäste auf der Partymeile waren 4 Jungs, die plötzlich von Raimund, Fips und Schnei sehr energisch begrüßt wurden. Denn es handelte sich um die Fahrer der drei vom Dienstag abend. Ihre Retter in Not feierten jetzt mit uns und es ergaben sich weitere Spanische Hand und Fuß Gesprächsversuche.

Spaß und saubere Sachen brachten uns auch die Desperados-Promo-Damen. Dafür gibt’s von uns einen erhobenen Pandadaumen. Die Rückfahrt ins Camp war natürlich auch wieder ein Erlebnis. Erst sollten ¾ des Camps garnicht erst abgeholt werden, und dann mussten auch noch einige Personen, die eine enge Beziehung zu dem  flüssigen Glück hatten, nach Hause getragen werden. Die Afterparty haben wir dann mehr oder weniger schlafend zugebracht. Nach zwei Stunden Schlaf hieß es dann, aufstehen und Tasche packen. Das hat auch mehr oder weniger geklappt, nur einige Sonnencremes mussten  am Flughafen beim Securitymann stehen bleiben. Am Morgen durften wir dann noch Zeuge von Restalkohol bei Schorsch, unserem Wiener Alkoholfürsten, werden. Nach anfänglicher Verwirrung darüber, wie der Reißverschluss am Zelt funktioniert und einer alkoholinduzierten Tischtennispartie mit Showeinlagen schlug dann doch noch einmal die böse, garstige und ungemein nervige Kopf-Mietze zu. 

Uns blieb dann nur noch die sehr herzliche Verabschiedung von den Teamern und unserem Surflehrer. 

Dem glücklichen Heimflug stand nun nichts mehr im Wege. Wir konnten in Bilbao sogar zuschauen, wie unsere Taschen ins Flugzeug geladen werden. Alle fünf. Nach einem kurzem Anschlussaufenthalt in Frankfurt, landeten wir 22.30 in Leipzig. Folgendes lies sich feststellen: rein körperlich waren wir in Leipzig, rein materiell gesehen in Frankfurt und geistig in Ajo. Nach kurzer Verwirrung mussten wir feststellen, dass man unsere Taschen in Frankfurt, durch den sehr kurzen Aufenthalt nicht verladen hatte. Das hatte aber auch was gutes, wir hatten Platz im Auto und mussten unsere Taschen nicht tragen. Denn die wurden persönlich zur Haustür gebracht. Alles in allem ein guter Service der Lufthansa. Nur der versprochene Landeschnaps wurde von den Stewardessen einfach nicht ausgeteilt.

Als Fazit bleibt uns nur noch zu sagen: ein saugeiler Urlaub mit vielen tollen Leuten. Ich denke die beiden Neulinge haben auch den Spaß am Surfen gefunden. 

Damit endet unser Blog und wir fünf vom Dienst verabschieden uns braungebrannt mit einer kräftigen Pandafaust.

 

Schnei, Raimund, Flo, Fips und Frank



3 Kommentare:

  1. Alles in Allem war es ein hammerfetter oder wie andere reistaatler sagen würden endgeiler Urlaub. Ich hab so Bock das zu wiederholen, freue mich aufs nächste Jahr und hoffe, dass wir es wieder irgendwie schaffen einen gemeinsamen Termin zu finden.
    Allen nicht beteiligten: danke fürs Bloglesen und ich kann euch nur empfehlen auch mal etwas ähnliches zu unternehmen. Wer mit campen kein Problem hat, wird einen solchen Urlaub genießen können :-)

    Pandafaust to all of you guys...thx for travelling together... :-P

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  2. alter, jetzt wollt ich diplomarbeit schreiben, und hab doch wieder nur blog gelesen...

    schoenes ding ^^

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  3. Herzlich willkommen zu Hause! War schön, mit euch die Tage über den Blog zu erleben. Wünsche nun ein schönes neues Studien-Jahr mit den Urlaubs-Erinnerungen an diese schöne Zeit in und mit eurer Truppe. Bis zum nächsten Mal! Kaste

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